Fragen und Antworten

Ist Erdgas in Zeiten der Energiewende überhaupt noch zeitgemäß und gesellschaftlich vertretbar?

Laut einer Einschätzung der Internationalen Energie-Agentur (IEA) könnte die Bedeutung von Erdgas als CO2-armer Energieträger in den kommenden Jahren rasant wachsen. Um auch in Zukunft – im Einklang mit der Energiewende – einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit und der Unabhängigkeit von Energieimporten leisten zu können, sind wir in Deutschland neben dem Ausbau regenerativer Energien auch auf die Suche und Erschließung neuer Ressourcen sowie auf die Erdgasspeicherung angewiesen. Die Einhaltung höchster Sicherheits- und Umweltstandards ist in unseren Leitlinien verankert und DEA ist sich der Verantwortung, die mit der Aufsuchung, Produktion und Speicherung von Erdgas einhergeht, bewusst.

Wozu sind Erdgasspeicher überhaupt nötig?

Die Erdgasspeicher im Kreis Rosenheim sind eine wichtige Säule einer sicheren Energieversorgung. In den verbrauchsarmen Sommermonaten wird dort Erdgas eingespeichert und im Winterhalbjahr, wenn der Gasbedarf ansteigt, wieder ausgespeichert. Mit diesem Erdgas können Produktions- und Verbrauchsschwankungen ausgeglichen und die Versorgungssicherheit gewährleistet werden.

Was bedeuten die Speicher für den Kreis Rosenheim?

Die vier Untergrunderdgasspeicher im Landkreis Rosenheim stellen mehr als 80 Prozent des gesamten Speichervolumens in Bayern bereit. Daher ist diese Region von besonderer Bedeutung für die bayerische Erdgasversorgung. Mit einem Nutzinhalt von über 1,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas beträgt der Anteil der DEA mehr als die Hälfte der gesamten Kapazität. Hinzu kommt als dritter DEA-Speicher noch der Erdgasspeicher Wolfersberg im Landkreis Ebersberg mit einem Volumen von 365 Millionen Kubikmeter.

Wie ist der Stand des Genehmigungsverfahrens für die Bohrung?

Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens befindet sich das Bohrprojekt Inzenham-West C5a derzeit in der Umsetzungsphase. Der Antrag für das Projekt wurde von der Aufsichtsbehörde, dem Bergamt Südbayern, genehmigt.

ln welcher Form wurde die Gemeinde beteiligt?

Die Gemeinde wurde über das Landratsamt eingebunden. Im Rahmen einer transparenten Kommunikation wurde das Vorhaben auch dem Gemeinderat vorgestellt.

Welche Richtlinien zur Beurteilung müssen beachtet werden?

Die Bergbehörde hatte die Träger öffentlicher Belange in das Verfahren mit einzubeziehen. Im Rahmen des zu führenden Genehmigungsverfahrens haben von der Behörde bestimmte unabhängige Sachverständige die konkrete Machbarkeit und Umsetzbarkeit jedes Projektschrittes geprüft. Insbesondere Fragen der Sicherheit, des Schutzes der Anrainerinteressen sowie naturschutz- und wasserrechtliche Themen wurden besonders berücksichtigt und bildeten den zentralen Kern der behördlichen Prüfung.

Welche Maßnahmen werden in welchen Zeiträumen geplant?

Im ersten Schritt war die Durchführung eines Genehmigungsverfahrens für den Platzbau und die Bohrtätigkeit erforderlich. Der positive und rechtskräftige Abschluss dieses Genehmigungsverfahrens war Grundvoraussetzung für den Beginn der Arbeiten für den Bohrplatzbau. Der Bohrplatzbau selbst hat 8 Wochen gedauert. Die eigentliche Bohrtätigkeit wird etwa 10 Wochen in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus waren und sind alle weiteren Schritte wie z.B. die Durchführung von Testarbeiten, Komplettierungsarbeiten, Teilverfüllungen etc. ebenfalls im Rahmen eigenständiger Genehmigungsverfahren durch das Bergamt zu prüfen und zu genehmigen.

Wichtig und als Grundsatz für alle Aktivitäten der DEA gilt somit, dass jeder einzelne Arbeitsschrittschritt behördlich beantragt, geprüft und genehmigt werden muss. Der positive und rechtkräftige Abschluss eines jeden einzelnen Genehmigungsverfahrens ist daher Voraussetzung für den Beginn der jeweilig genehmigten Maßnahmen.

Ist solch eine Bohrung gefährlich?

Nein. Die Bohrtechnologien sind seit Jahrzehnten erprobt und immer weiter perfektioniert worden. Wir gehen dabei sehr umsichtig und umweltverträglich vor. Die Mitarbeiter haben langjährige Erfahrung, sind bestens ausgebildet und werden laufend geschult. Heute können wir Bohrungen wie die Inzenham-West C5a im Untergrund ablenken, um unser Ziel zu erreichen. Darum können wir einen bestehenden Bohrplatz nutzen und einen zusätzlichen Flächenverbrauch vermeiden.

Wird es Umweltverträglichkeitsprüfungen geben?

Die DEA orientiert sich an den höchsten Sicherheits- und Umweltstandards. Umweltschutz und Nachhaltigkeit haben hohe Priorität. Für die Bohrung ist ein Betriebsplanverfahren durchzuführen. Eine UVP-Pflicht (nach UVP-V Bergbau) besteht nicht. Inhaltlich führen wir sie dennoch durch: DEA hat freiwillig umfangreiche naturschutzfachliche Untersuchungen durchgeführt und hat ein Interesse daran, den Eingriff in Natur und Landschaft so gering wie möglich zu halten.

Wird auf die Interessen und Forderungen der Region eingegangen?

DEA ist seit Jahrzehnten erfolgreich und als "guter Nachbar" in dieser Region tätig. Seit nunmehr über 40 Jahren arbeiten wir erfolgreich und störungsfrei und sind in der Gemeinde Schechen ein anerkannter Arbeitgeber. Wir sind darauf bedacht, unsere Projekte verantwortungsvoll im Einvernehmen mit Grundstückseigentümern, Anrainern, Gemeinden und den zuständigen Behörden umzusetzen.

Welche Bohranlage kommt zum Einsatz und welche technischen Spezifikationen hat sie?

Zur Durchführung der Arbeiten setzt DEA eine kompakte moderne Bohranlage ein. Die Anlage ist rund 38 Meter hoch und kann eine Last von 200 Tonnen heben. Dies ist für die Handhabung des Bohrgestänges notwendig. Um das Ziel im Untergrund zu erreichen, muss der Bohrmeißel rund 2.100 Meter zurücklegen. Für diese Strecke werden rund zweieinhalb Monate benötigt. Die Bohrarbeiten werden von 10 bis 15 Arbeitskräften rund um die Uhr in 12 Stunden-Schichten durchgeführt.

Wer überwacht die Lärmemmission und sorgt dafür, dass die Grenzwerte nicht überschritten werden?

DEA wird die Geräuschentwicklung durch eine Vielzahl von Maßnahmen so weit eindämmen, dass die Einhaltung der Grenzwerte (tags 60 dBA, nachts 45 dBA) garantiert werden kann. Zusätzlich werden Lärmemmissionen durch den freiwilligen Aufbau einer Lärmschutzwand weiter verringert.

Vor und während der Arbeiten wurden und werden Messungen durch einen vereidigten, unabhängigen Gutachter durchgeführt.

Die Messpunkte werden vom Gutachter unter Berücksichtigung der Lage der Gebäude im Abstand zur Bohranlage und den dafür vorgesehenen Grenzwerten festgelegt. Teilweise wird auch direkt an den Häusern gemessen. Sollten sich Bürger gestört fühlen, wird um umgehende Meldung bei den DEA-Kontaktpersonen gebeten. DEA wird dann alles daran setzen, zeitnah Abhilfe zu schaffen.

Wird nachts LKW-Verkehr stattfinden?

Wir werden die LKW-Bewegungen auf das Notwendigste beschränken. Nachttransporte können wir aus heutiger Sicht nicht von vorneherein ausschließen, werden diese aber bereits in der Planung auf das Unvermeidbare reduzieren. Was die Fahrzeiten betrifft, so kann die Anlieferung in der Regel im Zeitraum werktags 7 bis 18 Uhr durchgeführt werden. Nachts und sonntags wird nicht aufgebaut.

Die Transporte werden entzerrt und „just in time“ durchgeführt. Auf diese Weise werden ein geballtes LKW-Aufkommen und weitere Behinderungen auf der B15 verhindert.

 

Wie wird das bei der Bohrung anfallende zerkleinerte Gestein entsorgt?

Das erbohrte Gestein wird mit der Bohrspülung ausgetragen, gesiebt und in flüssigkeitsdichten Containern gesammelt. Die Bohrspülung wird nach diesem Vorgang wiederverwendet und das anfallende Bohrgestein wird über zertifizierte Entsorgungsunternehmen einer Verwertung in Kavernen der Salzgewinnung zugeführt.

Wie wird der Schutz des Grundwassers sichergestellt?

Eine negative Beeinflussung des Grundwassers kann bei der von DEA angewandten Bohrtechnik ausgeschlossen werden. Wir lenken aus einer bestehenden Bohrung in 120 Meter Tiefe ab und müssen daher die süßwasserführenden Schichten nicht durchbohren. Die Bohrung selbst wird mit unbedenklichen Stoffen durchgeführt, die durch das Bayerische Landesamt für Umwelt vorab genehmigt wurden.

Eine weitere wesentliche Umweltschutzmaßnahme ist das sogenannte Bohrplatzentwässerungskonzept. Wir arbeiten auf einem flüssigkeitsdichten, asphaltierten Bohrplatz, der am Rand über eine Auffangrinne verfügt. Alle Niederschlagswässer und anderen Stoffe und Flüssigkeiten werden aufgefangen und abgefahren und über zertifizierte Entsorger unter Anwendung der geltenden Vorschriften entsorgt. Sämtliche Flüssigkeiten des Bohrprozesses werden in einem geschlossenen Kreislauf geführt.

Wird das Fracking-Verfahren eingesetzt?

Nein. Aufgrund des langjährigen sicheren Betriebs des Speichers Inzenham-West kennen wir die Beschaffenheit des Speichergesteins sehr genau. Es verfügt über eine gute Durchlässigkeit und ein Aufbrechen des Gesteins durch Fracking ist völlig überflüssig, weil das Gas selbstständig durch die natürlich vorhandenen mikroskopisch kleinen Porenzwischenräume Richtung Bohrloch fließen kann.

Haftet DEA für Schäden die durch das Vorhaben entstehen?

Schäden an Häusern sind aufgrund des derzeit gewählten Bohrplatzes auszuschließen. Unabhängig davon haftet die DEA für jene Schäden, die aufgrund ihrer Tätigkeiten entstehen und von ihr schuldhaft verursacht wurden. Auch für DEA gelten natürlich die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen. Darüber hinaus ist auch eine entsprechende Betriebshaftpflichtversicherung vorhanden.