Bohrturm

Die kran­artige Stahl­kon­struk­tion ist so gebaut, dass sie mehr­ere hun­dert Tonnen he­ben kann. Dies ist erfor­der­lich, um – ähn­lich wie ein Fla­schen­zug – die Last des Bohr­gestän­ges auf den Mei­ßel zu ver­ringern. Im Bohrturm wird der Bohr­strang sicher gehand­habt, be­wegt und ange­trie­ben.

Bohr­gestänge

Das Bohr­gestänge verbindet die Bohr­garnitur (Bohr­meißel, Bohrmotor, Sensoren zur Positions­bestimmung, Schlag­schere und Stabili­satoren) mit dem Bohrturm. Es besteht aus an­ein­ander ge­schraub­ten Bohr­rohren von je­weils rund 10 Metern Länge, die den Bohr­meißel in die ent­sprech­enden Tie­fen vor­schieben. Darüber hinaus wird durch das Bohr­gestänge die Spül­flüssig­keit für das Boh­ren in die Tiefe geleitet.

Top drive

Der Top drive ist der mecha­nische Dreh­antrieb für das Bohr­gestänge zum Bohren eines Bohr­lochs. Er befindet sich an einem Kran­haken im Bohr­turm und versetzt das Bohr­gestänge mit Bohr­meißel im Uhr­zeiger­sinn von oben in Rotation.

Blowout-Preventer

Der Blowout-Preventer (BOP), auch Bohr­loch­ab­schluss ge­nannt, ist ei­ne ober­tägige Sicher­heits­ein­rich­tung, mit der die Bohrung jeder­zeit sicher ver­schlossen werden kann. Im Ernst­fall ver­hindert sie durch eine Reihe von Dichtungen, Backen und Absperr­ventilen einen unkontroll­ierten Aus­tritt von Gasen und Flüssig­keiten. Als weitere Sicher­heits­stufe sind ein Paar Scher­backen ein­gebaut, die im Not­fall das Bohrg­estänge durch­trennen und das Bohr­loch kom­plett ver­schließen.

Rutsche

Über die Rut­sche wird das Equip­ment – vor allem das Bohr­gestänge – auf die Ar­beits­büh­ne ge­zo­gen.

Hebewerk

Ein­richtung zum Auf- und Abbewegen des Bohr­stranges im Bohr­loch. Darüber hinaus werden während des Bohr­vorganges Bohr­gestänge und Futter­rohre neben dem Bohr­turm zwischen­gelagert und mit dem Hebe­werk hoch­gezogen, damit diese anschließend mit dem Bohr­strang ver­schraubt werden können.

Standrohr

Das Standrohr wird vor dem Beginn der eigent­lichen Bohr­arbeiten bis zu 80 Meter tief in den Boden ein­gebracht und ein­zementiert. Es ist der ober­ste Rohr­strang einer Bohrung und hat die Auf­gabe, das Bohr­loch im oberen Bereich zu stabi­lisieren und die in dieser Tiefe lie­genden Grund­wasser­leiter zu schützen. Die Länge des Stand­rohres hängt von der Be­schaffen­heit des Deck­gebirges und der Tiefen­lage des Grund­wasser­spiegels ab.

Spülungs­tanks

In den Spülungs­tanks befinden sich rund 250 m³ Spül­flüssig­keit. Diese wird während der Bohr­arbeiten ins Bohr­loch einge­presst – zur Stabi­lisierung des Bohr­lochs und um das zerklei­nerte Gesteins­material durch Zirku­lation an die Ober­fläche zu befördern.

Schüttel­siebe

Grob­körniges Gesteins­material wird mit Schüttel­sieben von der Spül­flüssig­keit getrennt, in einer Cutting-Box aufge­fangen und fach­gerecht entsorgt. Nach der Auf­bereitung kann es zum Bei­spiel im Straßen­bau ver­wen­det wer­den.

Con­tainer für Bohr­ausrüstung

In den Con­tainern werden die für die Bohrung benötigten Arbeits­geräte und Ersatz­teile, wie Werk­zeuge, Schlosserei­zubehör und Bohr­meißel, gelagert.

Container­dorf

Direkt neben dem Bohr­platz befindet sich das Container­dorf mit Büros, Labor, Sanitär­an­lagen sowie Aufent­halts- und Schlaf­räumen für die Arbeiter auf der Bohr­anlage.

Notfackel

Befördert die Spül­flüssigkeit Gas mit an die Ober­fläche, wird es im Entgaser abge­schieden und zur Notfackel geleitet. Dieser Fall kommt selten vor. Um eine Gefähr­dung der Anlage auszu­schließen, wird das Gas dann mit der Fackel verbrannt.

Schall­schutz­wand

Die Schall­schutz­wand ver­rin­gert Geräusch­emissionen bei Aufbau und Betrieb der Bohr­anlage. Dadurch können die gesetz­lich vorge­gebenen Richt­werte einge­halten und Stör­wirkungen auf ein Mindest­maß reduziert werden.

Arbeits­bühne

Die Ebene im Bohrturm, auf der sich die Bohr­mann­schaft und der Schicht­führer auf­halten. Hier werden alle manuellen Arbeiten aus­geführt, die zum Bohren und zum Ein- und Ausbau des Bohr­gestänges notwendig sind, beispiels­weise die Verschrau­bung der Bohr­gestänge. Hier befindet sich auch der Leitstand, von dem aus die Bohranlage bedient wird.